Nov15

Wieder einmal Sturm

Es tobt wieder einmal der Sturm auf dem Atlantik. Bei diesen Verhältnissen kann ich nicht einem mit dem Surfbrett ein paar Wellen surfen gehen. Bei all meinen früheren Frankreichreisen habe ich den Atlantik noch nie so erlebt. In der Regel gleicht der Atlantik im Sommer mehr dem Mittelmeer und man kann froh sein, wenn es einmal gute Wellen hat. Tja, da kann man nichts machen, und es heisst einmal mehr: Abwarten.

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Nov15

Düne Nr. 124

Auch heute habe ich vergeblich nach einem freien Platz auf einem Campingplatz in Strandnähe gesucht. Da ist nix zu machen, schon beim Eingang steht in mehreren Sprachen, dass der Camping ausgebucht ist. So schlage ich eben mein Zeltlager für weitere Tage irgendwo hinter einer Düne auf und geniesse die Ruhe und Abgeschiedenheit in der Natur. Der Atlantik beruhigt sich allmählich und so ging ich heute, trotz ungünstigem Wind, ein paar Wellen surfen. Die Perfekte war sicher nicht dabei und so kann ich glücklicherweise noch weiter nach ihr suchen. Ich hoffe ein Leben lang, denn der Weg zu dieser einten Welle ist mein eigentliches Ziel.

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Nov15

Reifenpanne

Aufgrund des Sturmes die 60 Kilometer von Soulac sur Mer nach Lacanau auf dem Landweg zurückzulegen, war ja theoretisch eine gute Idee. Praktisch platzte dann nach 40 Kilometer der erste Reifen meines Kanuwagens. Nun gut, was nützt ein ganzer Reifen und ein Platter ohne Ersatzrad. Genau so ziemlich gar nichts und so musste der ganze Wagen eben tiefer gelegt werden, was wiederum in der Theorie ganz gut durchdacht war in der Praxis aber schmorte dann nach weiteren 10 Kilometer das Lager durch. Tja das war dann das Ende für mein rollendes Gefährt. Zwangsläufig musste ich ein Teil meines Equipment im Wald verstecken und die restlichen 10 Kilometer mit dem notwendigsten Gepäck fortsetzten.

In Lacanau angekommen, waren dann auch noch alle Campings ausgebucht und so ging es in einen nahe gelegenen Pinienwald, wo ich nun mein Nachtlager für die nächsten paar Tage aufgebaut habe. Jetzt heisst es einmal ausspannen und den Sturm abwarten. Voraussichtlich werde ich auf herkömmliche Weise nach Hause zurückkehren. Die Winde und die Wellen an der Atlantikküste sind mir zu unberechenbar, als dass ich es ohne Begleitung wagen könnte. Bis jetzt habe ich noch keine Lösung für diese Herausforderung gefunden. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass es vermutlich in der geplanten Form einfach unmöglich ist.
Nov15

Ab in den Süden

Die Zugvögel ziehen im Winter in den warmen Süden, die Tiere der Prärie versammeln sich an der Wasserstelle um, nicht zu verdursten, auch viele von uns Menschen pilgern jedes Jahr in den Sommermonaten an die unterschiedlichsten Urlaubsorte der Welt. Alle zur gleichen Zeit, auf der Suche nach Erholung, Abwechslung oder einem Abenteuer. Doch wir sind, glaube ich, die einzige Art, bei der das Zugverhalten nicht wirklich ein Überlebensinstinkt ist. Oder doch? Sind wir schon so weit, dass wir ohne die kurze Abwechslung nicht mehr im Alltag bestehen können? Wir sind gegen Stallhaltung, doch wieweit sind wir davon entfernt?

Zugegebenermassen es ist nicht meine Welt. Ich fühlte mich noch nie wohl in solchen Ansammlungen von Urlaubern. Ich bevorzuge den Normalzustand, das Alltägliche und nicht das gemeinsam Treffen an der Vergnügungsstelle. Ich suche nach Freiheit in meinem Alltag und nicht bloss in den wenigen Wochen Urlaub pro Jahr. Ich richte mein Leben nicht nach dem Feierabend und den Ferientagen aus, sondern versuche in meinem alltäglichen Dasein, mein Vergnügen zu finden. Denn Freiheit bedeutet für mich, im Alltag in den Ferien zu sein.

Nach zwei Tagen auf dem Campingplatz werde ich nun weiter ziehen. Ich habe beschlossen weiter in den Süden zu gehen. Vorerst einmal bis zu meinem "Homespot" in Lacanau. Auf dem Atlantik tobt leider immer noch der Sturm, so dass ich mich weiterhin auf dem Veloweg fortbewegen muss. Ich denke, nach zwei Tagen sollte ich Lacanau erreichen.

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Nov15

Am Atlantik

Geschafft, nach drei Wochen erreiche ich den Atlantik. Die letzten beiden Tagen waren extrem anstrengen, auch heute geriet ich in der Flussmündung der Garonne in einen Sturm und war kurz davor meine Notruftaste zu drücken. Mit letzter Kraft schaffte ich es dann aber doch noch ans rettende Ufer. Wegen des Sturmes, der zurzeit auf dem Atlantik tobt, musste ich mich dann auch zu Fuss auf die Suche nach einem Campingplatz machen, den ich dann nach 12 Kilometer Fussmarsch auch endlich fand. Und wer sich nun wundert, warum ich nach Süden abgebogen bin, sei gesagt: Freiheit bedeutet für mich, falsch abzubiegen und dennoch auf dem richtigen Weg zu sein!