Die Zugvögel ziehen im Winter in den warmen Süden, die Tiere der Prärie versammeln sich an der Wasserstelle um, nicht zu verdursten, auch viele von uns Menschen pilgern jedes Jahr in den Sommermonaten an die unterschiedlichsten Urlaubsorte der Welt. Alle zur gleichen Zeit, auf der Suche nach Erholung, Abwechslung oder einem Abenteuer. Doch wir sind, glaube ich, die einzige Art, bei der das Zugverhalten nicht wirklich ein Überlebensinstinkt ist. Oder doch? Sind wir schon so weit, dass wir ohne die kurze Abwechslung nicht mehr im Alltag bestehen können? Wir sind gegen Stallhaltung, doch wieweit sind wir davon entfernt?
Zugegebenermassen es ist nicht meine Welt. Ich fühlte mich noch nie wohl in solchen Ansammlungen von Urlaubern. Ich bevorzuge den Normalzustand, das Alltägliche und nicht das gemeinsam Treffen an der Vergnügungsstelle. Ich suche nach Freiheit in meinem Alltag und nicht bloss in den wenigen Wochen Urlaub pro Jahr. Ich richte mein Leben nicht nach dem Feierabend und den Ferientagen aus, sondern versuche in meinem alltäglichen Dasein, mein Vergnügen zu finden. Denn Freiheit bedeutet für mich, im Alltag in den Ferien zu sein.
Nach zwei Tagen auf dem Campingplatz werde ich nun weiter ziehen. Ich habe beschlossen weiter in den Süden zu gehen. Vorerst einmal bis zu meinem "Homespot" in Lacanau. Auf dem Atlantik tobt leider immer noch der Sturm, so dass ich mich weiterhin auf dem Veloweg fortbewegen muss. Ich denke, nach zwei Tagen sollte ich Lacanau erreichen.
